Der Erasmus+ Austausch fand vom Sonntag, 18. Januar 2026 - Sonntag, 25. Januar 2026 statt. Das Reiseziel war Lille, eine Stadt im Norden von Frankreich, nicht weit von Belgien (z. B. Brüssel) entfernt. Lille ist etwa doppelt so groß wie Braunschweig, aber deutlich schöner.
Das Thema des Erasmus-Projekts war "Equity in Sports". Equity, so haben wir gelernt, ist etwas anders als Equality. "Equity" bedeutet im Deutschen so viel wie "Gerechtigkeit" oder "Chancengleichheit". Es geht darum, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, unabhängig von ihrem Hintergrund, Geschlecht oder anderen Faktoren. Mehr hierzu findet sich zum Beispiel weiter unten im Bericht (siehe Freitag).
Die Hinfahrt nach Frankreich war im allgemeinen ziemlich entspannt, allerdings mussten wir schon sehr früh am Bahnhof in Bad Harzburg sein, und zwar um 6:30 Uhr. Insgesamt mussten wir nur drei Mal umsteigen (in Hannover, Köln und Brüssel).
Obwohl wir auf der Fahrt im ICE von Hannover nach Köln 45 Minuten Verspätung hatten, haben wir es dennoch in den Zug nach Brüssel knapp geschafft mit wenigen Minuten Umsteigezeit. Auf der Fahrt haben manche auch Gemeinschaftsspiele gespielt und die Atmosphäre war gelöst.
Am Montag, dem ersten Tag der Projektarbeit, haben wir uns im internationalen Raum der Schule getroffen. Hier haben wir die französischen Schüler kennengelernt und uns danach in vier Gruppen aufgeteilt. In diesen Gruppen haben wir zu unserem Thema „Equity in Sport“ recherchiert. Als wir damit fertig waren, haben wir in der Schulkantine Mittag gegessen und daraufhin in Gruppen eine Stadtrallye gemacht, bei der wir Lille kennengelernt haben. Danach war unser Tag zu Ende und wir sind zu unseren Austauschfamilien gefahren. [Eine Bemerkung am Rande: Die Stühle in diesem internationalen Raum haben es so manchem angetan - vielleicht bekommen wir eines Tages ähnliche Stühle bei uns an der Schule in einigen Räumen.]
Die Partnerschule (das Lycée Ozanam) ist eine sehr interessante Schule, da sie anders ausgestattet ist als unsere Schule, zum Beispiel weil sie für mehr Schüler ausgelegt ist. Im Gebäude befinden sich große Hörsäle wie in einer Uni, aber auch große Fachräume und es gibt extra Fachgebäude. Es gibt im Hauptgebäude auf der obersten Etage eine große Mensa. Dort kann man sich ein drei Gänge Menü zusammenstellen. Die Schule ist an allen Seiten mit einem hohen Zaun umgeben (so wie alle Schulen in Frankreich) und man kann man sie nur mit einer Schülerkarte betreten und verlassen. Es gib auch einen separaten Bereich (eine ganze Etage) für Erasmus+. Die Klassen werden z. B. im Matheunterricht in kleinere Gruppen aufgeteilt und von separaten Lehrern unterrichtet.
Am Vormittag des Dienstages haben wir den Unterricht unserer französischen Austauschpartner besucht. Um 11:30 Uhr haben wir in der Schulkantine zu Mittag gegessen und uns danach mit der Metro auf den Weg zu dem Museum „La Piscine de Roubaix“ gemacht. Dort haben wir über die Hygienebedingungen der Menschen in der industriellen Revolution gelernt und sind danach zu unseren Austauschfamilien gefahren.

Unser Tag hat am Mittwoch um 08:40 Uhr mit der Fahrt mit dem TGV nach Brüssel begonnen, die Fahrt dauerte nur 45 Minuten, welche genug waren, um sich auf den Tag vorzubereiten. Als wir ankamen, ging es direkt los mit einem 50 minütigem „Spaziergang“, der von Bahnhof aus zum Haus der Europäischen Geschichte führte. Währen dieses Spaziergangs konnte man viele schöne Gebäude sehen, unter anderem auch den Palast. Die sechs Etagen des Hauses waren befüllt mit Ausstellungsstücken, Bildern und so vielem mehr, die zwei Stunden, die wir dort verbracht haben, vergingen dann auch sehr schnell. Der Weg führte uns weiter zum Rathausplatz, wir sind dort zwar schon am Anfang vorbeigegangen, aber wir mussten uns beeilen, um noch die Reservierung beim Haus der Europäischen Geschichte einzuhalten. Der Rathausplatz war der schönste Platz, den ich je gesehen habe, all diese wunderschönen Gebäude, wie filigran und zart sie waren, einfach atemberaubend. Dieser Platz war unser Treffpunkt, denn jetzt geht es weiter zur Freizeit, wir alle durften uns zwei Stunden frei bewegen, mussten aber nach diesen zwei Stunden zurück am Platz sein. Ich und meine Freundin haben uns von Waffeln bis Schokolade satt gegessen. Nachdem wir unsere erste Mahlzeit verspeist hatten, sind wir auch schon losgegangen und haben nach der Statue Manneken Pis gesucht und gefunden. Dies ist eine sehr bekannte Statue in Brüssel. Als Ergänzung dazu gibt es auch Jeanneke Pis, diese Statue zu finden war unser „Hauptziel“. Nach dem Fund sind wir nur noch durch die Stadt geschlendert und haben uns in Souvenirgeschäften ein kleines Andenken für unsere Familie geholt. Und so schnell war der Tag vorbei, es ging mit dem TGV zurück nach Lille. Eine Stadt, die auf jeden Fall sehenswert ist.
Am Donnerstagmorgen trafen wir uns im internationalen Bereich in der Schule, um dort den Plan für den heutigen Tag zu besprechen. Dann gingen wir gemeinsam zur Metro, um zu den Département-Archiven zu gelangen, um dort an unserem Projekt zu arbeiten. Dort angekommen, durften wir eine ganze Reihe von historischen Originaldokumenten passend zu unserem Thema anschauen und so die Themen, die wir die Tage davor gesammelt hatten, erarbeiten. Nach einer einführenden Präsentation zur Arbeit des Archivs (bereits mit einem Bezug zu unserem Thema) konnten wir so einen Einblick nehmen in historische Fotografien, Zeitungen, Bauunterlagen für die ersten Turnhallen, Werbeplakate und mehr. Zum Beispiel fanden sich die originalen Dokumente rund um eine gewerkschaftlich organisierte Fahrt (mit sportlichem Anlass) nach England. Für eine einfachere Zugänglichkeit war für diese Fahrt nicht einmal ein Reisepass notwendig.
Nach dem Erkunden des Archivs ging es zum Mittagessen in die Schulmensa zurück. Nach der Pause ging es wieder zur Metro, denn wir fuhren zusammen zum Bowling, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen.
Am Freitag den 23.01.2026 startete der Tag im plateau international am lycée mit einer Präsentation zu unserem Leitthema "Equity in sport", was soviel wie "Gerechtigkeit im Sport" bedeutet. Dies ist ein kontroverses Thema, welches in der internationalen Sportszene viele Diskussionen hervorgerufen hat. Es behandelt unter anderem die Chancengleichheit im Sport, Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen, kulturelle Einflüsse und Frauen im Mannschaftssport. Um genauere Einblicke in dieses wichtige Thema zu erhalten, hörten wir uns die Perspektive einer Sportmanagerin namens Irene aus Kenia an.
Sie berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen als Fußballerin und erklärte genauer, warum "Equity" sehr wichtig ist und wie sie aussehen kann. Anfänglich sollte man wissen, dass "Equity" kein Synonym für "Equality" ist, wie viele erstmals denken mögen. Unter "Equity" versteht man das Entfernen von Barrieren, sodass jede Person, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen äußeren Faktoren sich am Sport beteiligen kann. Ressourcen werden also entsprechend der Bedürfnisse der Individuen umverteilt, während "Equality" für eine gleiche Verteilung einheitlicher Ressourcen steht. "Equity" ist aus vielen Gründen erforderlich, da durch sie unter anderem Talente von Personen gefördert werden können, welche nicht die notwendigen Ressourcen aufbringen können, um ihr sportliches Talent auszuleben. Außerdem schafft "Equity" einen Safe-space unter Sportler*innen, wodurch Diskriminierung und Ausgrenzung minimiert und Diversität in unterschiedlichen Sportarten gefördert werden kann. Ein "equitable sport system" besteht somit aus: access (Zugang), opportunity (Gelegenheit), representation (Repräsentation), protection (Schutz) und voice (Stimme bzw. seine Stimme gegen Ungleichheiten erheben). Leider fehlt zum momentanen Zeitpunkt noch viel Veränderung, um ein solches System zu erreichen. "Equity" scheitert nämlich immer noch an zahlreichen Aspekten, wie beispielsweise "pay-to-play"-Systemen, in welchen die Sportler*innen eine bestimmte Summe an Geld aufbringen müssen, um ihren gewünschten Sport auszuüben. Zusätzlich fehlt es in vielen Bereichen weiterhin an Barrierefreiheit für Menschen mit Beeinträchtigungen und auch geschlechtsspezifische Finanzierungslücken bleiben noch immer bestehen. Genau deshalb müssen diese Themen angesprochen und Bewusstsein über derartige Probleme verbreitet werden.
Doch an diesem Tag haben wir uns nicht nur theoretisch mit Sport auseinandergesetzt. Gegen 14:00 Uhr nahmen wir für zwei Stunden an einem Hip-Hop Tanzkurs teil. Nach einem kurzen Aufwärmtraining ging es somit auch schon mit den ersten Schritten der Choreographie los. Nach längerem Üben und Einstudieren der Tanzschritte, wurden drei Gruppen gebildet, welche anschließend gemeinsam die besagte Choreographie vortanzten.
Insgesamt was es ein sehr lehrreicher, aber auch körperlich beanspruchender Tag, bei welchem die Lerngruppe sowohl ein intellektuelles als auch sportliches Ziel erreicht hat. Abschließend lässt sich sagen, dass uns die Bedeutsamkeit von "Equity in sport" näher gebracht und verdeutlicht wurde.
Am Sonntag nach unserer Verabschiedung von den Gastfamilien war die Rückfahrt sehr ähnlich zu der Hinfahrt (nur, dass wir dieses Mal Fahrkarten für die erste Klasse hatten). Die Fahrt ging bis nach Hannover flüssig, aber im IC Richtung Braunschweig gab es ein Missverständnis. Aufgrund eines Unfalls war vorübergehend der Bahnhof in Braunschweig nicht mehr angefahren worden. Auf dem aktualisierten Plan stand, dass unser Zug nicht in Braunschweig halten würde. Dies war aber ein Fehler, und wir konnten wie geplant den Zug nach Braunschweig nehmen und in Bad Harzburg pünktlich ankommen.
Freizeit während der Austauschbegegnung: Die Freizeit fand individuell mit den jeweiligen Austauschpartner*innen und deren Familien statt - an jedem Nachmittag/Abend sowie am Samstag. An dieser Stelle finden sich zwei Beispiele.
Da wir meistens spät am Nachmittag zurückgekommen sind, haben wir nicht so viel in der Freizeit geschafft. Am Sonntagabend, kurz nach meiner Anreise, sind wir mit der Familie gemeinsam spazieren gegangen und haben den Sonnenuntergang beobachtet. Am Montag, Mittwoch und am Freitag war ich mit meiner Austauschschülerin abends beim Turnen und habe ihr dort zugeschaut. Abends haben wir mit der Familie gemeinsam Abend gegessen. Den ganzen Samstag hatten wir frei und meine Austauschschülerin und ich sind zu den Pfadfindern gegangen. Wir waren dort von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Dort war ein Raum, den die Pfadfinderkinder verschönern sollten, und dann haben sie mit Bleistift alles vorgemalt und anschließend mit roter Wandfarbe angemalt. Gebacken wurde dort auch viel, sodass man dann dort eine Kleinigkeit zusammen essen konnte.
Die Tage (mit dem "offiziellen Programm") endeten meist schon um 16:30 Uhr, die Zeit verging wie im Flug. Ich und meine Austauschschülerin sind 45 Minuten mit dem Bus und und 30 Minuten mit der Bahn gefahren, um nach Hause zu kommen. Das bedeutet, wir waren meistens erst gegen 17:30 Uhr bei ihr zu Hause. Nachdem wir uns kurz erholt hatten, hatten wir nur noch Zeit ein paar Spiele zu spielen, bis es Essen gab. Nach dem Essen hatte ich Zeit, mit meiner Familie zu telefonieren. Am Samstag, dem letzten Tag in unseren Gastfamilien, ist sie reiten gegangen. Ich durfte zugucken (aufgrund der Versicherung leider nicht mitmachen). Das Reiten begann um 14 Uhr und endete um 16:00 Uhr. Am Abend um ca. 20 Uhr sind wir auf ein Konzert mit Live-Musik gefahren. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht.