Vom Sonntag, 15. März 2026 - Samstag, 21. März 2026 besuchten acht Schüler*innen sowie zwei Lehrkräfte unsere neue Partnerschule in Carbonia auf Sardinien (Italien). Ähnlich wie im Landkreis Goslar gab es auf Sardinien verschiedene Bergwerke. Direkt in Carbonia (bis 1964) ein Kohlebergwerk, in einem Bergwerk 30 Minuten entfernt wurde Eisenerz (Eisenerz, Zink und Blei) abgebaut.
Dieser Bericht ist ein "Gemeinschaftswerk" aller teilnehmenden Schüler*innen.
Am Sonntag, dem 15. März startete um 7:20 Uhr unsere in Reise nach Sardinien in Bad Harzburg. Frau Mettge und Herr Scholz begleiteten 2 Jungs und 6 Mädchen auf den Schüleraustausch nach Carbonia.
Die Anreise mit der Bahn zum Flughafen in Frankfurt verlief relativ entspannt. Der erste Flug ging um 15.50 nach Mailand. Tatsächlich war dies mein erster Flug und ich war vor dem Start sehr aufgeregt. Nach dem Start hat sich die Aufregung sehr schnell gelegt und der erste Blick, als wir über den Wolken waren, war sehr atemberaubend. Der Flug war relativ kurz und nach einer knappen Stunde Flugzeit sind wir schon in Mailand gelandet. Hier hatten wir relativ wenig Zeit, um zum nächsten Gate zu kommen, da unser zweiter Flug schon knapp 1 ½ Stunden später starten sollte. Es blieb daher leider keine Zeit sich Mailand anzusehen. Nach einer weiteren kurzen Flugzeit sind wir gegen 20 Uhr in Alghero auf Sardinien gelandet. Der eigentlich vorgesehene Bus war leider schon weg, da wir erst als Letzte aus dem Flugzeug aussteigen konnten. So sind wir erst gegen 21:30 Uhr in unserem Hotel angekommen.

Nachdem wir unser Gepäck auf unsere Zimmer gebracht hatten, sind wir in die Innenstadt gegangen. Wir aßen in einem kleinen Restaurant sehr lecker zu Abend und sind anschließend zum Hafen gegangen und durch die Gassen der Stadt zurück zum Hotel.
Am nächsten Morgen haben wir im Hotelrestaurant mit schönem Blick über die Stadt und übers Meer gefrühstückt. Nachdem wir unsere Sachen wieder gepackt und ausgecheckt hatten, sind wir per Bus nach Carbonia gefahren. Während der ca. 4 ½ stündigen Busfahrt erhielten wir erste Eindrücke von der wunderschönen Landschaft. Gegen 12:30 Uhr erreichten wir das Ziel unserer Reise, die Partnerschule I.T.C.G. Giovanni Maria Angioy, wo wir unsere Austauschpartner kennenlernten und sofort in das Austauschprogramm an der Schule einstiegen.
Am Montag begann unsere Anreise, wie bereits geschrieben, mit einer Übernachtung im Hotel in Algehro, wo wir auch gemeinsam frühstückten. Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Carbonia. Dort wurden wir vor dem Schultor von einer Gruppe von Lehrkräften herzlich empfangen und in die Aula begleitet. In der Aula von den Lehrern und von unseren Austauschpartnern begrüßt. In der Aula waren tatsächlich nicht nur unsere Austauschpartner, sondern ihre gesamten Klassen. Wir wurden nach und nach namentlich aufgerufen und erhielten auf der Bühne ein Willkommensgeschenk von unseren Partnern überreicht. Dies beinhaltete unter anderem ein Namensschild, das Programm für die Woche und ein Notizbuch ("Travel Diary") mit Bleistift, um die Woche mit den verschiedenen Aktivitäten entsprechend dokumentieren zu können. Anschließend erhielten wir in der Schule eine ausführliche Führung von unseren Austauschschülern, wo wir bereits einen Einblick in die Räume und Aktivitäten für die nächsten Tage erhielten (z.B. im Biologie-Labor und im Fotolabor). Ein interessanter Einblick in die Traditionen der Schule war auch, dass die Schüler des Abschlussjahrgangs immer einen "Kalender" gestalten, mit dem sie die letzten einhundert Tage ihrer Schulzeit (bis zu den Prüfungen) herunterzählen. Jede Klasse hat hierfür ihren eigenen Kalender, sodass man im Gebäude mehrere Exemplare sehen konnte. Nach dem Programm in der Schule fuhren wir mit unseren Austauschschülern zu ihnen nach Hause. Den restlichen Tag verbrachten wir gemeinsam in unserer Freizeit und konnten verschiedene Aktivitäten unternehmen.
Die Partnerschule befindet sich am Rande der Stadt Carbonia und trägt den Namen „Instituto di Istruzione Superiore Giovanni Maria Angioy“. Sie wurde im Jahr 1949 gegründet und bietet heute 5 verschiedene Spezialisierungsrichtungen an, dazu zählen unter anderem Biotechnologie, Informatik und angewandte Wissenschaften. Das Gebäude ist einem recht schlichten Baustil der Nachkriegszeit gehalten und verfügt neben diversen Unterrichtsräumen auch über eine Sporthalle. Nach eigenen Angaben wird die Schule derzeit von 740 Schülern besucht, wobei diese in 45 verschiedene Klassen unterteilt sind. Das italienische Schulsystem ist zwar nicht direkt mit dem deutschen gleichzusetzen, die Schulform lässt sich jedoch trotzdem gut mit einem deutschen Gymnasium oder einer berufsbildenden Schule vergleichen. Der Unterricht besteht aus „klassischen“ Fächern wie Geschichte und Englisch, setzt sich aber auch aus schwerpunktspezifischen Inhalten wie z.B. Grafikdesign zusammen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Schulsysteme der beiden Länder im Kern eindeutige Unterschiede aufweisen, wobei ein Einblick eine gute Gelegenheit bietet, einen neuen Blick auf das Thema Bildung zu bekommen. An mehreren Tagen hatten die Schüler*innen des WvS die Gelegenheit, ihre Austauschpartner*innen in den regulären Fachunterricht zu begleiten.
Am Dienstag sind wir morgens mit unseren Austauschpartnern und deren Klassen nach Cagliari, der größten Stadt Sardiniens, gefahren. Dort haben wir als erstes eine kleine Bildergalerie besucht, die die Bereiche Kunst und Wissenschaft zusammenführt.
Danach sind wir in das „Museo Delle Cere Anatomiche“ gegangen. In diesem Museum sind aus Wachs nachgebildete Organe und andere Körperteile ausgestellt. Die Figuren wurden im Jahr 1805 von Clemente Susini zu dem Zweck modelliert, Wissen über den menschlichen Körper in einer Universität zu vermitteln.
Anschließend haben wir uns das Stadtzentrum von Cagliari mit der „Bastione di Saint Remy“ angesehen, von der man einen schönen Blick über die Stadt hat. Danach sind wir wieder nach Carbonia gefahren, um den restlichen Tag bei unseren Gastfamilien zu verbringen.
Das Thema am Mittwoch war Kunst und Fotografie und eine Führung über wichtige Gebäude in Carbonia. Wir waren morgens in der Schule in Carbonia und haben Bilder, die von einem bekannten italienischen Künstler gemaltt wurden, nachgestellt und fotografiert. Mittags waren wir im Stadtzentrum bei dem Rathaus, der Kirche und einem Turm mit Informationen über den Bergbau.
Wir hatten drei Bilder gezeigt bekommen von dem italienischen Künstler „Michelangelo Merisi da Caravaggio“.
Das erste Bild, das wir nachgestellt und fotografiert haben, heißt „Saint Jerome Writing“, das zweite heißt „Judith Beheading Holofernes“ und das dritte „Bacchus“.
Nach einer Pause sind wir ins Rathaus und direkt daneben zur Kirche. Die Kirche San Ponziano wurde in den Jahren 1938 bis 1940 gebaut. Im Kirchenfenster sieht man moderne Motive, die auch den Bergbau darstellen. Neben der Kirche und dem Rathaus gibt es ein Gebäude, in dem direkt nach der Gründung der Stadt im Jahr 1938 alle Besprechungen und Entscheidungen stattfanden. Heute kann man dort einige Exponate über den Bergbau von damals sehen. Später am Nachmittag wurde dann Zeit mit den Austauschpartnern verbracht.
Am Donnerstag wurden wir als erstes durch die historische Stadt auf dem Monte Sirai geführt und haben uns dazu noch die Landschaft angesehen.Um ca. 11:30 waren wir im Green Lab der Schule, dort gab es verschiedene Stationen mit Experimenten: Man konnte testen, ob in bestimmten Essen Stärke, Zucker usw. waren.
Am Nachmittag waren wir in einem Museum für Boote, denn in der Stadt Sant'Antioco wurden spezialisierte Holzboote für die Fischerei in der Bucht gebaut. Zudem wurde uns erklärt, dass es in der Stadt Salzwerke gibt. Als Souvenir haben wir im Museum dann auch Meeressalz mitbekommen.

Am Freitagmorgen haben wir uns von unseren Gastfamilien verabschiedet und sind anschließend zur Schule gefahren. Auch dort wurde es Zeit, unseren Austauschschüler*innen Tschüss zu sagen.
In der Schule fand dann ein Robotics-&-Automation-Workshop statt, bei dem wir zwei verschiedene Arten von Robotern kennenlernten und anhand kleinerer Spiele lernen konnten, wie sie funktionieren und wie sie aufgebaut sind. Ich habe nun mehr Wissen über die Robotik sowie Technik.
Nach dem Ende des Workshops sind wir auf den Sportplatz gegangen, um Bogenschießen auszuprobieren. Die Schüler haben uns viel geholfen und wir hatten die Möglichkeit, diese Sportart neu zu erlernen.
Ab 11:30 Uhr fand die Verabschiedung in der Aula statt. Auch dort hatten sich mehrere Schüler sowie die Lehrer versammelt, die an dem Erasmus teilgenommen haben. Wir wurden einzeln aufgerufen, um uns zu verabschieden, und haben Teilnahmezertifikate sowie kleine Geschenke bekommen (Souvenirs, Anhänger etc.).
Nach dem Ende des offiziellen Programms (um 13:00 Uhr) sind wir dann nach Alghero gefahren, da wir von dort wieder abfliegen würden. Der Flug war am Samstag am frühen Morgen, sodass wir in Apartments in Laufnähe vom Flughafen übernachtet haben. Angekommen sind wir in Alghero am späten Nachmittag.
Daraufhin sind wir am Abend nochmal in die Stadt gefahren, um den Hafen sowie das Zentrum der Stadt zu erkunden. Wir lernten in kurzer Zeit viel über Geschichte und Kultur kennen.
Anschließend waren wir noch in einem italienischen Restaurant essen und sind danach in die Apartments gefahren, um uns auf den nächsten Tag (die Abreise) vorzubereiten.
Insgesamt konnte man an diesem Tag viel Neues in verschiedenen Bereichen erlernen und neue Erfahrungen sowie Erinnerungen sammeln.
Das Leben in der Gastfamilie (ein Erfahrungsbericht einer Schülerin)
Auf meinem Austausch in Italien, Sardinien, habe ich bei einer Gastfamilie übernachtet. Meine Gastfamilie bestand aus den Eltern und einer Tochter. In ihrem Haus haben sie mir ein ganzes Zimmer zur Verfügung gestellt. Das Zimmer war nicht zu klein oder zu groß, perfekt für einen einwöchigen Aufenthalt.
Meine Gastfamilie hat mich am ersten Tag sehr herzlich aufgenommen. Allgemein hatte ich die ganze Woche lang keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Meine Austauschpartnerin ist auch sehr nett und fürsorglich gewesen.
Sie haben berücksichtigt, welches Essen ich esse und welches nicht, was ich auch sehr toll fand, da ich mir keine Sorgen machen musste. Wann wir rausgehen und zurück nach Hause kommen, war auch immer gut geplant, sodass nichts sehr spontan geschehen ist.
Sie haben mir auch Medizin besorgt, als ich sie gebraucht habe. Außerdem habe ich keinen Cent für irgendein Essen bezahlt, wenn wir zusammen draußen waren, was ich auch als sehr gastfreundlich aufgenommen habe und was ich auch selbst so machen würde.
Ich finde, ich konnte so das Leben in einer Familie auf Sardinien gut beobachten, wobei ich Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede bemerkt habe.
Im Fazit bin ich wirklich sehr zufrieden mit meiner Familie gewesen und würde sie gerne irgendwann nochmal gerne besuchen.
Unsere Rückreise startete nach einer spannenden Woche am Freitag, dem 20.03.2026 gegen Mittag in Carbonia. Wir sind wieder mit dem Bus von der Partnerschule nach Alghero gefahren. Gegen 17 Uhr sind wir dort angekommen und haben unsere Appartements bezogen. Die Appartements lagen relativ dicht am Flughafen, aber etwas weiter entfernt von der Stadt, sodass wir abends mit dem Bus in die Innenstadt von Alghero gefahren sind. Dort angekommen, gingen wir durch den Hafen zur Promenade an der Küste entlang. Dabei haben wir uns altertümliche Belagerungsmaschinen angeguckt und den Sonnenuntergang über dem Mittelmeer beobachtet.
Anschließend haben wir eine Shoppingmeile besichtigt und ein paar Geschäfte besucht und Souvenirs für unsere Familien zu Hause gekauft. Als Abschluss des Abends waren wir gemeinsam in einem italienischen Restaurant essen. Bei der Fahrt zurück zu unserer Unterkunft haben wir jedoch die Haltestelle verwechselt und mussten auf einen anderen Bus warten, sodass wir erst gegen 23 Uhr zurück waren. Am nächsten Morgen haben wir uns frühmorgens gemeinsam zum selbstgemachten Frühstück getroffen und sind danach zu Fuß zum Flughafen gegangen. Als wir durch die Sicherheitskontrollen waren, mussten wir nur noch auf unseren ersten Flug warten.
Dieser startete um 8:55 Uhr wieder Richtung Mailand.
Nach einer guten Stunde Flugzeit landeten wir sicher in Mailand. Dort hatten wir eine Aufenthaltszeit von 7 Stunden, die wir zur Erkundung der Stadt nutzen konnten. Wir haben uns die berühmte Shoppingpassage Galleria Vittorio Emanuele II dort angeguckt und verschiedene andere Sehenswürdigkeiten (z.B. den Duomo, die Mailänder Scala, das Castello Sforzesco und den Palazzo Brera). Nach erfolgreichen Shoppingeinkäufen und einem letzten leckeren italienischen Mittagessen sind wir zurück zum Flughafen gefahren und haben unseren Flieger pünktlich um 17:40 bekommen. Um 18:55 Uhr sind wir planmäßig in Frankfurt gelandet. Nach einer langen Zugfahrt sind wir um 1:15 Uhr in Bad Harzburg angekommen.
Insgesamt waren die Stadtbesuche, die wir während der Hin- und Rückreise unternommen haben, sehr schön und spannend. Besonders Alghero hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt hat eine sehr schöne Architektur und einen schönen rustikalen Stil. Auch das erste Mal zu fliegen war ein sehr aufregendes und schönes Erlebnis. Vor allem der Ausblick über den Wolken war sehr beeindruckend und atemberaubend. Die Reise selbst war sehr gut organisiert und hat trotz der langen Reisezeit sehr viel Spaß gemacht.
