Vom Sonntag, 19. April 2026 - Samstag, 25. April 2026 besuchten zehn Schüler*innen sowie zwei Lehrkräfte unsere Partnerschule Institut La Plana in der katalonischen Stadt Vic nahe Barcelona (Spanien). Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern einer portugiesischen Schule arbeiten wir jetzt im vierten Jahr gemeinsam in unterschiedlichsten Projekten zum Thema Migration. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und ihren Besonderheiten, um die Ursachen von Migration und die Herausforderungen der Integration in neue Gesellschaften.
Dieser Bericht ist ein "Gemeinschaftswerk" aller teilnehmenden Schüler*innen.
Anreise
Getroffen haben wir uns in Bad Harzburg am Bahnhof und machten ein Gruppenfoto bevor wir zu den Gleisen gingen. Wir haben uns bei unseren Familien verabschiedet und schon ging es los. Mit dem ersten Zug (RE10) um 08:48 Uhr fuhren wir nach Hildesheim Hbf. Dann ging es weiter mit der S4 nach Langenhagen Mitte und um 11:17 Uhr nahmen wir dann endlich die S5 (Richtung Hannover) zum Flughafen. Um ca. 11:23 Uhr waren wir dann am Flughafen in Hannover. Schnell fanden wir unseren Check-in und standen erstmal an. Kurz danach konnten wir unsere Koffer abgeben und uns aufmachen zum Gate. Als eine Person, die noch nie zuvor geflogen ist, waren meine Nerven sehr angespannt. Angekommen am Gate sind wir ca. 12:45 Uhr. Wir bekamen noch eine Stunde Freizeit bis zu unserem Abflug um 14:15. Uhr. Manche holten sich noch etwas zu essen, haben ihr Handy geladen oder sind etwas rumgelaufen und haben Flugzeuge beobachtet. Nachdem wir wieder zusammengefunden hatten, wurde uns die „Ehre“ zuteil, noch eine beruhigende Statistik von Karl mitgeteilt zu bekommen: Flugzeuge sollen das zweit sicherste Fortbewegungsmittel sein. Bevor wir uns umsahen, standen wir am Gate und haben nacheinander das Flugzeug betreten. Nach der Sicherheitserklärung fuhren wir zur Startbahn und flogen los. Für mich war das alles neu, weil ich noch nie geflogen bin. Am Ende habe ich meine Angst überwunden und bin jetzt besser informiert zum Thema Fliegen und die Sicherheit der Flugzeuge. Nach der Landung in Barcelona mussten wir noch auf unser Gepäck warten. Das ging recht schnell, und so gingen wir auf die Suche nach unseren Taxis, und fuhren zur Schule nach Vic, wo uns unsere Austauschfamilien bereits erwartet haben und in Empfang nahmen. (Luca)
Montag, 20.04.2026 – VIC
Morgens sind wir in der Schule angekommen und haben gemeinsam den Tag besprochen, ein Travel Journal bekommen und Sachen hineingeklebt und -geschrieben. Das Journal wird uns durch die nächsten Tage begleiten und leiten. Anschließend haben wir in der Klasse unserer Austauschpartner*innen gemeinsam mit ihren Klassenkamerad*innen gefrühstückt. Es gab Coca mit Schokolade - ein traditionelles Brot mit Zucker. Unsere Partner*innen haben uns ihr Schulgelände gezeigt. Dort gab es einige Unterschiede zu unserem. Es ist eingezäunt und während der Schulzeit kann und darf man es nicht verlassen. Außerdem sind die Klassenräume und somit auch die Klassen kleiner. Anschließend haben wir uns wieder alle in der Bibliothek getroffen und sind dann gemeinsam zur Town Hall (Rathaus) gelaufen. Wir haben dort eine Führung mitgemacht, bei der wir viele Bilder und Gemälde gesehen und etwas über sie erfahren haben. Danach sind wir um 13:30 nach Hause gegangen, haben Mittag gegessen und uns dann als kleine Gruppe in der Stadt zum Shoppen getroffen. Dort haben wir auch unsere Lehrer*innen und andere Schüler*innen getroffen. Wir sind gegen 19:00 Uhr nach Hause gegangen, haben dort gegessen und den Tag entspannt beendet. Es war ein guter Tag zum Ankommen und Kennenlernen der Schule, der Stadt und der Familie. Mein Highlight des Tages war es, nachmittags viel Zeit mit Freund*innen und den Austauschpartner*innen zu verbringen. Ich würde nächstes Mal darauf verzichten, vor der Klasse vorgestellt zu werden, da es nicht sehr angenehm für die Schüler*innen war. Ich nehme von dem Tag mit, dass es viele Unterschiede zu Deutschland gibt, und ich finde das Handyverbot an Schulen gut, da die Schüler*innen so miteinander reden und gemeinsam Zeit verbringen. (Clara)
Dienstag, 21.04.2026 – BARCELONA
Um ca. 8 Uhr sind wir mit unserer Erasmusgruppe nach Barcelona gefahren, um ein bisschen die Stadt zu erkunden. Als erstes sind wir alle zusammen zum Casa de Batlló gegangen, um uns das wunderschöne Gebäude anzuschauen, das mit Rosen geschmückt war, um den Giarda de Sant Jordi zu feiern. Im Anschluss sind wir zum Plaça de Catalunya gelaufen und haben dort die Gruppen für die Stadterkundung mit der Actionbound-App eingeteilt und in den Gruppen Barcelona erkundet. Dabei leitete uns die App zum Markt de la Boqueria, dem Gran Teatre del Liceu, dem Placa Reial und Plaza de Sant Jaume, sowie zur Kathedrale von Barcelona und gab uns einige Aufgaben, die wir erfüllen mussten.
Mittags trafen wir uns alle am El Born, einem Kulturzentrum, um dann zum Krankenhaus San Pau aufzubrechen, das jetzt ein Museum ist, da es ein sehr außergewöhnliches Design hat. Zwischen 1902 und 1930 von Lluís Domènech i Montaner entworfen, gilt es als einer der bedeutendsten Komplexe dieses Stils in Europa. Im Anschluss sind wir zur Kirche "Sagrada Família“ gelaufen, um uns das tolle Gebäude aus der Nähe anzugucken. Mit 172,5 Metern ist sie die größte Kirche der Welt. Am Ende sind wir zurück zum Bus gegangen und sind ca. 19 Uhr in Vic angekommen. Es war ein sehr sehr schöner Tag und alles hat sich sehr gelohnt! (Lisa)
Mittwoch, 22.04.2026 – VIC
Wir haben uns um 9 Uhr am Main Square getroffen und von dort aus eine Stadt-Tour durch Vic gemacht, die von unseren Austauschschülern geleitet wurde. Danach waren wir in der Casal Claret und haben uns dort eine Präsentation zum Thema Migration angeschaut. Wir haben viel über die Herausforderungen von Migranten gelernt und wissen jetzt, dass das Ziel des Projekts ist, die Menschen zusammenzubringen und ihnen zu helfen, sich zu integrieren und weiterzuentwickeln. Dabei haben wir zu folgenden Aspekten in einem Workshop gearbeitet:
- Die Número de Identidad de Extranjero (NIE) ist eine eindeutige Identifikationsnummer für Ausländer in Spanien. Sie wird für rechtliche, finanzielle und administrative Zwecke verwendet. Zum Beispiel für die Arbeitsaufnahme, die Zahlung von Steuern, die Eröffnung eines Bankkontos oder die Unterzeichnung offizieller Dokumente.
- „Migratory grief“ (Migrantentrauer) ist der emotionale Prozess, den Menschen erleben, die in ein anderes Land ziehen. Er beinhaltet Gefühle von Traurigkeit, Verlust oder Nostalgie aufgrund des Verlassens ihrer Heimat, Kultur, Familie und vertrauten Umgebung.
- Diskriminierung: Unfaire Behandlung von Personen aufgrund von Merkmalen wie Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit oder Kultur.
- Pobresa energètica - Energiearmut
- Situació administrativa irregular - irregulärer Aufenthaltsstatus
- Acollida - Aufnahme/ Willkommen heißen (emotionaler Support)
Gegen 12 Uhr sind wir in ein Restaurant namens Dinem Plegades gegangen. Das Restaurant hat jeden Tag für jeden von 9-16 Uhr geöffnet. Das Essen wird von Frauen aus verschiedenen Religionen zubereitet, damit viele kulturell unterschiedliche Speisen probiert werden können. In dem Restaurant gibt es lange Tische mit 8 oder sogar mehr Plätzen, damit sich Menschen, die alleine essen gehen, neben Fremde setzen und somit eine Unterhaltung anfangen und so neue Menschen kennenlernen können. Um 12:30 Uhr hatten wir bis 13:15 Uhr Freizeit in Vic, um dann zusammen zur Schule zu gehen und dort um 14 Uhr Mittag zu essen und eine Mittagspause zu machen. Anschließend haben wir dann in einem Workshop gelernt, die Castellers (Menschentürme) zu bauen. Angeleitet haben uns dabei junge Leute, die in einem Sportverein dieser Tradition nachgehen und geübt sind in den akrobatischen Herausforderungen dieser katalanischen Tradition. Um 16:30 Uhr war unser Programm zu Ende und jeder ist seinen Weg nach Hause gegangen. (Sarah)
Donnerstag, 23.04.2026 – Girona
Am Donnerstag waren wir in Girona, einer sehr schönen, alten Stadt mit vielen Geschäften und Läden. Es war sehr voll, weil am 23.04. in Katalonien der Sant Jordi Day gefeiert wird. Am Sant Jordi Day schenken die Männer den Frauen eine Rose und die Frauen den Männern ein Buch. Unser Ausflug ging um 9 Uhr in Vic los und wir sind ungefähr eine Stunde gefahren. Als wir angekommen sind, haben wir in unseren internationalen Gruppen eine Stadtrallye gemacht. Es gab verschiedene Aufgaben und wir mussten durch die Stadt zu vielen verschiedenen Orten laufen. Bei der Stadtrallye haben wir gelernt als Gruppe zu arbeiten und uns in fremden Gegenden zurechtzufinden. Nach der Stadtrallye hatten wir über Mittag Freizeit. In der Zeit waren wir ein bisschen in der Stadt und sind durch die einzelnen Läden gebummelt, haben uns T-Shirts und andere coole Sachen gekauft und haben uns die ganzen großen und alten Gebäude angeguckt. Ich finde, in Girona gibt es sehr, sehr gute Churros. Nach der Freizeit haben wir uns an einer Kathedrale getroffen und haben sie besichtigt. Die Kathedrale war sehr groß und schön. Leider hatten wir nicht mehr ganz so viel Zeit. Als wir die Kathedrale verlassen hatten, sind wir zum Bus gelaufen und zurück nach Vic gefahren. Die Rückfahrt war sehr lustig, weil die Spanier und Spanierinnen die ganze Zeit laute Musik gehört und dazu gesungen haben. Als wir wieder in Vic waren, wurden wir abgeholt und sind nach Hause gefahren. Der Tag in Girona war sehr toll und spannend.
Leben mit der Gastfamilie
In der Woche vom 19. bis zum 25. April 2026 hat unser Schüleraustausch mit Spanien (Katalonien) in Vic stattgefunden, bei dem wir viele spannende kulturelle Unterschiede entdecken durften. Das Leben in den spanischen Gastfamilien hat uns Einblicke in einen Alltag gezeigt, der sich in vielen Punkten deutlich von unserem gewohnten Leben in Deutschland unterscheidet. Ein besonders auffälliger Unterschied waren die Mahlzeiten. Das Essen ist dort ganz anders als wir es kennen. Ein interessantes Beispiel war die lokale Wurst, eine Art Bratwurst, die von der Konsistenz her eher an kleine Fleischbällchen erinnerte. Auch die Essenszeiten waren eine Umstellung: Abendbrot wurde meist erst sehr spät, gegen 21:00 oder 22:00 Uhr, gegessen. Diese späten Mahlzeiten hängen mit dem allgemeinen Tagesrhythmus zusammen. Die Zeiten zum Schlafen sind in Katalonien deutlich später, das gilt sogar für die jüngeren Kinder, die viel länger aufbleiben als bei uns. Trotz dieser Umstellungen fühlten sich alle in den Gastfamilien sehr wohl, was vor allem an der großen Gastfreundschaft lag. Meine Austauschpartnerin war sehr nett und hilfsbereit, sodass ich mich schnell einleben konnte. Zudem hatten wir alle ein eigenes Zimmer, was uns Privatsphäre ermöglicht hat. Die Kommunikation stellte oft kein großes Hindernis dar. Es gab zwar manchmal kleine Schwierigkeiten mit den Vokabeln, aber die Eltern in den Gastfamilien konnten meistens gut Englisch sprechen, was die Verständigung über den Alltag und die Kultur sehr erleichtert hat. Insgesamt war der Austausch eine bereichernde Erfahrung, die uns gezeigt hat, wie spannend es ist, sich auf eine andere Lebensweise einzulassen und andere Kulturen und Länder kennenzulernen. (Alina)
Beim Ankommen grüßte mich meine Gastfamilie richtig süß und dann gingen wir gemeinsam zu ihnen nach Hause. Dann zeigte mir meine Austauschschülerin deren Zuhause und wo ich meine Sachen lassen konnte. An den anderen Tagen wachten wir meistens eine Stunde bevor wir los mussten auf, also normalerweise zwischen 7-8 Uhr, und gingen dann zusammen zur Schule. Da sie sehr nah an der Schule wohnte, mussten wir nur 5 Minuten laufen. Abends aßen wir meist zwischen 21:00-22:00 Uhr. Also ganz schön anders als in Deutschland, da wir hier schon früher essen. Wir waren auch oft mit Freunden draußen essen. Die Austauschfamilie war auch richtig nett und die Mutter meiner Austauschschülerin gab mir jeden Tag richtig leckeres Essen mit in die Schule. Am Sant Jordi Day gab mir ihr Vater auch eine Rose und eine richtig schöne Karte. Auch für den Rückflug gaben sie mir ein wenig Essen mit. Also mir gefiel es in meiner Austauschfamilie sehr und ich würde liebend gerne nochmal zurückkommen, und obwohl ich und die Eltern von meiner Austauschfamilie nicht so gut Englisch konnten und es schwer war zu kommunizieren, waren sie immer noch voll die lieben Austauscheltern. (Ela)
Freizeitaktivitäten
Während der Freizeit in Vic sind wir oft mit Freunden spazieren gegangen. Dabei haben wir die versteckten Winkel der wunderschönen Stadt Vic entdeckt. Wenn wir dies nicht getan haben, dann hat man uns an einem Kiosk oder auf einer Bank gesehen, wo wir miteinander gequatscht haben. An den meisten Abenden waren wir in einem Restaurant namens „Café Viena“. Dort war das Essen sehr lecker und wurde auch schnell zubereitet. (Elias)
Abreise
Wir haben uns um 13:00 Uhr vor dem Hotel von Frau Rau und Herrn Scholz getroffen, uns bei unseren Gastfamilien und Austauschpartner:innen verabschiedet, sind ins Taxi gestiegen und dann ging es los zum Flughafen Barcelona. Die Fahrt mit dem Taxi ging ca. 1h. Am Flughafen angekommen, haben wir unseren Check-in erledigt und die Koffer abgegeben. Wir hatten ungefähr eine Stunde Freizeit. Währenddessen haben manche etwas zu essen geholt, waren shoppen oder haben sich irgendwo hingesetzt. Wieder getroffen haben wir uns um 16:45 Uhr am Infostand, dann liefen wir zum Gate. Um 17 Uhr begann das Boarding und wir waren im Flugzeug. Ungefähr zwei Stunden später sind wir gelandet. Wir mussten etwas warten bis wir die Koffer holen konnten, aber dann hatten wir sie auch schon wieder. Die früheste S-Bahn haben wir zum Glück noch bekommen. Als erstes ging es nach Langenhagen Mitte. Von dort aus sind wir dann mit der S5 weiter nach Hildesheim gefahren. Dann sind wir mit dem RE10 nach Goslar und Bad Harzburg gefahren, wo wir schnell unsere Eltern auf dem Bahnhof fanden. Und dann hieß es auf nach Hause und offiziell ist das Erasmus+-Programm „Migratory Birds“ vorbei. Die Zeit ist unbeschreiblich und unbezahlbar gewesen. Ich würde immer wieder erneut mitmachen. (Luca)
