Das WvS wird mit dem Schuljahr 2016/17 offiziell offene Ganztagsschule. Bausteine des Ganztagskonzepts sind das Selbstbestimmte Lernen (SBL), das Fach „Medien“ und das erweiterte Nachmittagsangebot unter dem Motto „Jeder kann – keiner muss“.

„Selbstbestimmtes Lernen“ findet sich ab dem Schuljahr 2016/17 im Stundenplan einer jeden Schülerin, eines jeden Schülers. In den Klassen 5 – 10 ist dies eine Doppelstunde (also 80 Minuten) pro Woche, in der Qualifikationsphase ist die Anzahl der SBL-Stunden abhängig von den anderen gewählten Kursen (im Allgemeinen hat ein Schüler der Klasse 11 oder 12 vier, selten auch fünf SBL-Stunden pro Woche). Alle SBL-Stunden finden vormittags statt.
Da SBL viele selbstständige Arbeitsphasen enthalten soll, kann die traditionelle Unterrichtssituation während dieser Phasen auch aufgelöst werden. Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände finden sich neben der Bibliothek (mit Leseecke und Notebook-Arbeitsstationen) verschiedene Bereiche mit Sofas sowie gemütlichen Sitzhockern. In SBL (ebenso wie in Unterrichtssituationen, in denen selbstständig gearbeitet wird) kann also auch über die Klassenraumgrenzen hinaus die Arbeit in kleineren Gruppen an individuellen Orten durchgeführt werden.

SBL besteht aus vier Säulen:
Methodenlernen – Aufgaben aus dem Unterricht – Projektarbeit – Soziales Lernen

Methodenlernen

In SBL sollen Schülerinnen und Schüler über die Schuljahre hinweg zunehmend selbstbestimmter und selbstorganisierter arbeiten und lernen. Hierzu erlernen sie insbesondere in den Jahrgängen 5 und 6 das „Handwerkszeug“ in Form von Lernmethoden und Arbeitstechniken. Diese Methoden werden auch in den Schuljahren danach weiter vertieft und angewendet. Die Anwendung der Methoden erfolgt natürlich nicht nur in SBL, sondern auch im Fachunterricht.

Aufgaben aus dem Fachunterricht

Die Methoden, die in SBL erlernt werden, können dann anhand von Aufgaben aus dem Fachunterricht während des selbstbestimmten Lernens geübt werden. Außerdem können Schülerinnen und Schüler Aufgaben, teils auch individuell auf ihre Lernbedürfnisse abgestimmt, aus dem Fachunterricht heraus erhalten. Für die Erledigung dieser Aufgaben steht ihnen dann Zeit innerhalb von SBL zur Verfügung. Bei diesen Aufgaben handelt es sich wohlgemerkt nicht um Hausaufgaben. Vielmehr sind es Aufgaben, die Unterrichtsinhalte üben oder vertiefen helfen sollen. In der Aufgabenstellung kann auch (je nach Aufgabenart) die Verwendung von „Hilfsmitteln“ (wie etwa der schulischen Bibliothek oder der Lernplakate im Klassenraum) mit vorgegeben sein. Ebenso ist es möglich, dass diese Aufgaben aus dem Fachunterricht in Partner- oder Gruppenarbeit erledigt werden sollen. Bei all diesen Aufgaben ist es wieder (über die Schuljahre hinweg in anwachsendem Maße) in die Hände der einzelnen Schülerin, des einzelnen Schülers gelegt, diese selbstständig zu bearbeiten. Jedoch steht im Fach „SBL“ immer eine Lehrkraft zur Verfügung, die bei Bedarf „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben kann.

Projektarbeit

In der Projektarbeit können sich Schülerinnen und Schüler vertieft und über einen längeren Zeitraum hinweg mit einer umfassenden Aufgabe befassen. Dies kann auch die Teilnahme an externen Wettbewerben beinhalten – ob nun im Bereich der Naturwissenschaften, der Gesellschaftswissenschaften oder der Sprachen. Oftmals ermöglichen es Projekte, Wissensgebiete unterschiedlicher Fächer miteinander zu kombinieren. Projekte sind somit in der Planung und Durchführung komplex, auch können sie arbeitsteilig in Gruppen durchgeführt werden. Aufgrund dieser Komplexität wird Projektunterricht insbesondere in höheren Jahrgängen (Klasse 9 und 10) in SBL Eingang finden. Dabei können dann die verschiedenen bereits erworbenen Methoden selbstständig angewendet werden. Eine solche Projektarbeit innerhalb von SBL ist zudem eine Vorbereitung auf die Facharbeit, die in der Sekundarstufe II durch alle Schülerinnen und Schüler dann eigenständig im Seminarfach erstellt werden muss.

Soziales Lernen

Die wöchentlich im Block „SBL“ zur Verfügung stehende Zeit soll auch genutzt werden, um soziale Kompetenzen zu schulen. Dies geschieht bereits seit einigen Jahren an unserer Schule mit Hilfe des Programms „Lions-Quest – Erwachsen werden“. Dabei handelt es sich um ein Präventionsprogramm und soll im Rahmen der Erziehung zu demokratischem Handeln auch weiterhin genutzt werden. Während bisher nur in Klasse 5 und 6 Klassenlehrerstunden zur Verfügung standen, in denen soziales Lernen einen festen Ort finden konnte (ohne gleichzeitig zur Verkürzung des Fachunterrichts beim Klassenlehrer zu führen), gibt es nun die SBL-Stunden bis zum Ende von Klasse 12 bzw. 13. Auch Schülerinnen und Schüler können Aspekte in diesem SBL-Block thematisieren, die sie zum Beispiel aus der Arbeit der Schülervertretung, der Patenschüler oder der Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage (SoR/SmC) mitbringen.