Alles gerät in dem beschaulichen Kurort Bad Harzburg aus den Fugen, als dort gewichtige, historische Persönlichkeiten auf literarische Figuren treffen und nichts Wichtigeres zu tun haben als Theater zu spielen. Was passiert, wenn dann auch noch der Teufel samt seiner Hexenschaft auftaucht und Zauberei mit ins Spiel bringt, lässt sich kaum mehr in Worte fassen. Dieses Verwirrspiel muss man mit eigenen Augen sehen...
Die Textgrundlage für dieses Stück lieferte der ehemalige Leiter der Theater AG, Helmut Meyer.
Am 9. und 10. März 2010 in der Aula des WvS.
Die Mitwirkenden und die Artikel der Goslarschen Zeitung finden Sie hier ebenso wie weitere Bilder von dem Stück. Zudem gestaltete ein Kunstkurs der 13. Klassenstufe die Plakate für dieses Stück. Eine Auswahl der Arbeiten ist hier ausgestellt.
Die Ankündigung des Stücks in der Goslarschen Zeitung vom 6.3.2010
Lenin turtelt mit Jeanne d'Arc
Theater-AG des Werner-von-Siemens-Gymnasiums zeigt nächste Woche ihr Stück "Verliebt in Bad Harzburg"
Von Jennifer Sarfo
Schaurige Musik ertönt. Höhnisches Gelächter ist von Weitem zu hören. Was ist da bloß los in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums? Es ist lediglich eine Probe der Theater-AG, die seit zwei Wochen emsig an der Inszenierung von "Verliebt in Bad Harzburg" feilt. Nicht nur Hexen und Teufel tummeln sich zu diesem Zweck in der Aula, sondern auch andere verblüffende Gestalten in Uniform, Anzug und feinen Kleidern.
Am Dienstag und Mittwoch zeigt die Theater-AG des "Werner" unter der Leitung von Lehrerin Britta Strese ihr neuestes Stück. Es stammt aus der Feder von Helmut Meyer, der selbst viele Jahre die AG geleitet hatte. Britta Strese und Helmut Meyer kamen im Gespräch spontan auf die Idee, das Stück für die laufende Theatersaison am Werner-von-Siemens-Gymnasium (WvSG) auszuarbeiten. "Verliebt in Bad Harzburg" sei eine lebensnahe und zugleich historische Geschichte, die den Geschmack der Schüler trifft.
Sie spielt im alten Bad Harzburg und lehnt sich an Goethes "Faust" und die Harzer Walpurgisnacht an. Im Grunde ist alles ein großes Verwirrspiel - für das vor allem die im Untergrund wütenden Hexen und der Teufel verantwortlich sind. Die durchtriebenen Kreaturen haben immer ihre Finger im Spiel: Sie tauchen dann auf, wenn es um die Liebe geht, oder dann, wenn plötzlich die unterschiedlichsten literarischen oder historischen Figuren aufeinandertreffen. Und diese haben auch nichts anderes im Sinn, als selbst Theater zu spielen. Der Verwirrspaß fängt erst richtig an, als sich Goethe, Kleist, Heine, Gretchen und de Sade auch noch ihre eigenen Rollen zuteilen und sich Lenin und Jeanne d'Arc ineinander verlieben...
Was sich nun letztlich im Harzburger Hexenkessel zusammenbraut, und wie sich das Verwirrspiel am Ende auflöst, wird sich nächste Woche bei der Uraufführung von "Verliebt in Bad Harzburg" in der Schulaula zeigen. Zwei bis drei Wochen vor der Generalprobe studierten die Schüler und Schülerinnen der Theater-AG am WvSG mit viel Engagement die Feinheiten des Stücks ein. Begonnen haben die Proben der Neunt- und Zehntklässler der Schultheatergruppe aber bereits vor sechs Monaten zum Schuljahresbeginn.
Bei Musik, Rollen und Kostümen des Stücks konnten die Mädchen und Jungen selbst kreativ werden und mit ihren Ideen gestalten. Ganz davon abgesehen, dass es natürlich Spaß macht, in so unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Unterstützt wurde die Theater AG von der 13. Jahrgangsstufe: Sie entwarf verschiedene Plakate.
Foto rechts: |
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Foto rechts: Die Hexen (v.li. Sharon Düe, Cathérine Thrun, Franziska Schwarz, Josephine Martin (hinten), Laura Pawlik und Damla Arman) mit Mephisto (Johanna Leiste, Mitte). |
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Der Artikel über die Aufführungen in der Goslarschen Zeitung vom 12.3.2010
Liebeswirren und Walpurgissitten
Theater-AG des Werner-von-Siemens-Gymnasiums erhält Beifallsstürme für "Verliebt in Bad Harzburg"
Von Ina Seltmann
Auch wenn in dem Schauspiel "Verliebt in Bad Harzburg" viel geschlafen und geträumt wurde – für Schlafmützen war die Aufführung nicht geeignet. Das literarisch-historische Verwirrspiel erforderte viel Aufmerksamkeit und erfreute am Dienstag und Mittwoch das Publikum im Werner-von-Siemens-Gymnasium.
Volles Haus erlebte die Theater-AG an den beiden Aufführungstagen und zeigte ganz viel Spielfreude. Dabei erwies sich das Stück von Helmut Meyer, der selbst jahrelang Leiter der Theater-AG war, als Glücksgriff für die Schüleraufführung. Denn so viele gute Rollen nebeneinander muss man schon suchen.
Lenin und Gretchen
Selbst Kleist (Manina Herden), Heine (Viola Keller) und Goethe (Rashid Naser), die alle drei ebenfalls im Stück auftauchen, hätten wohl nichts ähnliches auf Papier bringen können. Und Lenin (Robert Salzwedel), Marquis de Sade (Danny Ueberschär), Gretchen (Nele Neveling), Jeanne d'Arc (Tami Beer) sowie Bettina von Arnim (Teresa Tschimer) und Charlotte von Stein (Marieke Düber) wären sicher nicht im selben Stück gemeinsam aufgetreten.
Dirigiert wurde die Aufführung auf der Bühne von Mephisto (Johanna Leiste) und seinen Hexen (Sharon Düe, Franziska Schwarz, Damla Arman, Laura Pawlik, Cathérine Thrun, Josephine Martin). Hinter der Bühne sorgte Regisseurin Britta Strese, unterstützt von Rabea Herrmann, für den richtigen Auftritt.
Das alte und immer wieder junge Thema Liebe steht im Mittelpunkt des kurzweiligen Inhalts. Und dieser Inhalt wurde auch mithilfe von Musik vermittelt. Ob nun "Thriller" von Michael Jackson die Hexen richtig in Szene setzte oder Charlotte und Bettina mit dem Rap "Die da" von den Fanta4 die Verstimmung über Goethes launenhafte Liebe ausdrückten ("Es ist Goethe, die miese kleine Kröte"), die Töne passten und unterstützten die Stimmung des Stückes.
Frei nach Walpurgissitten sorgten Mephisto und seine Hexen für Liebeswirrspiel und Schabernack. Marquis de Sade als Helfershelfer des Höllenfürsten spielte als Regisseur der Theater-AG auf der Bühne mit und ließ niederträchtig die Rollen rotieren: Gretchen als Faust, Goethe als Gretchen, Heine als Mephisto, Kleist als Valentin.
Mephistos Berater
Und diese Figuren wiederum trafen auf Jeanne d'Arc und Lenin. Das Kuddelmuddel löste Mephisto mit seiner Beraterfirma für zwischenmenschliche Probleme letztendlich auf, Gretchen umhalste Lenin, Goethe wurde mit Jeanne d'Arc glücklich. Oder vielleicht doch mit Gretchen?
Viel Applaus und Rosen gab es für Darsteller, Mitwirkende hinter der Bühne (Julia Sturm, Elke Taeschner, Mike David, Josephine Martin, Carsten Henrix, Olaf Homuth und der Kunstkurs Jahrgang 13), Regie und natürlich für den Autor.
Rechts: Ein farbenfrohes Miteinander von literarischen und historischen Figuren tummelt sich bei "Verliebt in Bad Harzburg" auf der Bühne. Foto: Seltmann |
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Bild oben: Mephisto (Johanna Leiste) und seine Hexen (Josephine Martin, Franziska Schwarz, Cathérine Thrun, Damla Arman (hi.v.li.) und Laura Pawlik (vorne) beobachten die Damen und Herren, die sich auf der Bühne treffen. Da kommen ihnen schon so manch schöne Ideen...
Bild rechts: Goethe, Bettina von Arnim, Charlotte von Stein und Lenin (v. li.) ahnen noch nichts.
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Fotos: TOLO
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Plakate zur Theateraufführung 2010
Arbeiten des Kunstkurses der Klassenstufe 13 zum Stück "Verliebt in Bad Harzburg"
Während die Mitglieder der Theater-AG am Stück arbeiteten, bekam der Kunstkurs der 13. Klassenstufe die Aufgabe, für die Vorstellungen ein Plakat zu entwickeln. Hier sind die fünfzehn Motive zu sehen. Dabei stellt die Reihenfolge keine Rangliste im Sinne der Bewertung dar. Wenn Sie die Plakate detaillierter betrachten möchten, klicken Sie auf das jeweilige Motiv.
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Personen und Darsteller: | |
Mephisto | Johanna Leiste |
Hexen | Sharon Düe, Franziska Schwarz, Damla Arman, Laura Pawlik, Cathérine Thrun, Josephine Martin |
Lenin | Robert Salzwedel |
Goethe | Rashid Naser |
Marquis de Sade | Danny Ueberschär |
Gretchen | Nele Neveling |
Jeanne d'Arc | Tami Beer |
Kleist | Manina Herden |
Heine | Viola Keller |
Bettina von Arnim | Teresa Tschirner |
Charlotte von Stein | Marieke Düber |
Technik: | |
Licht / Musik / Projektionen | Elke Taeschner, Mike David, Marianna Burchardt, Julia Sturm |
Hexenumhänge | Josephine Martin |
Plakate | Kunstkurs der Klassenstufe 13 |
Kulisse | Olaf Homuth, Carsten Henrix |
Dramaturgische Unterstützung | Rabea Herrmann |
Regie: | Britta Strese |