Vielfalt am WvS

Das Werner-von-Siemens-Gymnasium ist eine moderne und weltoffene Schule. Respekt, Akzeptanz und Engagement werden hier großgeschrieben. Wir sind uns der Vielfältigkeit unserer Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen bewusst und möchten ein Schulklima schaffen, in dem sich jeder Mensch ungeachtet seiner Religionszugehörigkeit, Behinderung, ethnischen und sozialen Herkunft oder sexuellen Identität und Orientierung wohlfühlt. In der Rubrik "Vielfalt am WvS" finden sich Berichte und Aktivitäten rund um:

  • Antidiskriminierungsprojekte
  • „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“
  • AG „Vielfalt leben“
  • Schülerfriedenspreis 2019
  • fair@school
  • ...

Die Patenschüler, die ebenfalls in diesem Bereich tätig sind, haben auf der Homepage ihren eigenen Bereich und finden sich hier.

 

2019 AbiturCarmen Albeshara und Muatasem Bellah Heffar kommen ursprünglich aus Syrien und sind von dort aus im Jahr 2015 aufgrund des Krieges geflüchtet. Ihr Weg hat sie nach Deutschland geführt, wo sie sich in Bad Harzburg bzw. Goslar niedergelassen haben und seit dem leben. Carmen kam im Juni 2016 und Muatasem im Oktober 2016 an unsere Schule. Beide verfügten damals nur über geringe Deutschkenntnisse, hatten aber von Anfang an das Ziel, am Werner-von-Siemens-Gymnasium ihr Abitur abzulegen. Carmen und Muatasem waren sich darüber bewusst, dass vor allem das Erlernen der deutschen Sprache der Schlüssel zu schulischem Erfolg sein würde, und investierten somit sehr viel Zeit und Mühe in den Erwerb des Deutschen. Neben der Sprachförderung nahmen beide über die letzten Jahre hinweg am außerschulischen Förderunterricht für unterschiedliche Unterrichtsfächer teil und haben gemeinsam mit Mitschülern(innen), aber auch sehr viel allein zuhause gelernt und für die Schule gearbeitet. Vor allem das Café Luise, welches die Flüchtlingshilfe Bad Harzburg nutzt, um Beratungs- und Unterstützungsangebote für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, war für Carmen und Muatasem ein wichtiger Anlaufpunkt. Dass sich für beide der Fleiß und die Anstrengungen gelohnt haben, zeigt ihr erfolgreiches Durchlaufen der Oberstufe bis hin zum Erwerb des Abiturs – eine Erfolgsgeschichte, die alles andere als selbstverständlich ist.

Schülerfriedenspreis NiedersachsenDer Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am 18.02.2020 den Schülerfriedenspreis 2019 verliehen. Schulen aus Niedersachsen erhielten Auszeichnungen und Preise für Projekte, die Frieden, Demokratie, Toleranz und den interkulturellen Dialog fördern. An der Verleihung in Hannover nahmen Schülerinnen und Schüler der AG „Vielfalt leben“ teil. Begleitet wurden sie durch Frau Lissy als AG-Leiterin sowie durch Frau Rau als Schulleiterin.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne freute sich über das große Engagement der Schulen:
„Die Jury hatte es erneut besonders schwer, weil so viele tolle und auszeichnungswürdige Projekte eingereicht wurden. Alle diese Beiträge zeigen, dass unsere Schulen Orte der Vielfalt und gelebter Demokratie sind. Ich danke allen Schulen, die mitgemacht haben! Und ich bitte darum, auch weiterhin mutig und couragiert zu handeln und sich aktiv für das friedliche Zusammenleben einzusetzen. Den Preisträgerschulen gratuliere ich sehr herzlich und bedanke mich bei den Lehrkräften, die dem Engagement der Schülerinnen und Schüler nicht nur Raum geben, sondern sie selbst mit viel Herzblut unterstützen.“

Den 1. Preis beim Schülerfriedenspreis gewann in diesem Jahr das Werner-von-Siemens-Gymnasium Bad Harzburg mit dem Projekt „Vielfalt leben“, einer AG, die sich der Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen widmet. Die Schülerinnen und Schüler haben sich intensiv mit gruppenbezogenen Diskriminierungsformen, u. a. Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit sowie Geschlechterrollen und Schönheitsidealen beschäftigt, um in ihrer Schule und darüber hinaus auf Diskriminierung aufmerksam zu machen und für ein tolerantes Miteinander einzutreten.

2020 02 18 Friedenspreis Übergabe

2020 Nana Regenbogenflagge kleinEigentlich würde heute am 17. Mai, wie es zur Tradition am Werner geworden ist, eine Gruppe von Schüler*innen auf dem Schuldach stehen und die Regenbogenflagge hissen. Nicht nur ein defekter Fahnenmast, sondern auch die aktuellen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen machen diesen Akt der Solidarität unmöglich. Die Coronakrise beschäftigt uns alle, sie ist allgegenwärtig zu jedem Zeitpunkt. Viele Fake-News verunsichern die Menschen und das Homeoffice treibt so manchen in den Wahnsinn. Trotzdem dürfen wir nicht den Blick für Dinge verlieren, die ebenso allgegenwärtig und Teil unseres Alltags sind. Diskriminierung von Minderheiten nimmt nicht ab, nur weil die Welt in Aufruhr wegen Covid-19 ist, der Fokus darauf verschwindet schlicht und ergreifend zwischen Streitigkeiten um die letzte Rolle Toilettenpapier und der Verzweiflung, geliebte Menschen nicht sehen zu können. Deshalb ist es wichtig, sich mehr denn je gegen Diskriminierung zu stellen.

LGBT Free Zones Poland 2020

Als "LGBT-Ideologie-freie"-Zonen
deklarierte Gemeinden in Polen

In diesem Jahr wird die Regenbogenflagge wieder auch von außen sichtbar am Schulgebäude angebracht werden. Der nachfolgende Artikel wurde verfasst durch eine Schülerin anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.

Homosexualität ist heutzutage nichts Neues. Seit Jahrhunderten gibt es immer mehr Menschen, die sich in der Öffentlichkeit als Mitglieder der LGBT*IQ-Community outen. Allerdings gibt es immer noch viele Länder, in denen homosexuelle und transidente Personen besonders stark diskriminiert werden, auch in Europa. Ein Beispiel ist Polen. In diesem Land werden Menschen, die sich der LGBT*IQ-Community zugehörig fühlen, nicht nur häufig von ihren Mitmenschen beleidigt oder gar verprügelt, sondern auch von der Kirche massiv ausgegrenzt. Polen ist ein sehr katholisches Land, die Kirche ist also ein wichtiger Ort der Begegnung und Teil der Gesellschaft. 2020 wurden sogar von einer homophoben Volksinitiative in den Kirchen Unterschriften für eine Anti-LGBT-Kampagne gesammelt, von welcher sich der polnische Erzbischof offiziell distanzierte1. Ein gutes Zeichen, dennoch ohne große Auswirkungen auf die katholische Bevölkerung.

Des Weiteren hat sich der polnische Präsident Andrzej Duda in seinem Wahlkampf offen gegen sexuelle Minderheiten geäußert. „Man versucht, uns einzureden, das seien Menschen, aber das ist ganz einfach eine Ideologie“2. Ich persönlich finde es sehr erstaunlich, dass der Präsident so etwas in der Öffentlichkeit sagt und danach trotzdem gewählt wird. Polen hat in der jüngeren Vergangenheit gesellschaftlich und politisch in der Bekämpfung von Diskriminierung einen starken Rückschlag um etwa 15 Jahre erlitten. Rund 100 Gemeinden haben sich zu "LGBT-Ideologie-freien"-Zonen erklärt. Rechtlich gesehen hat es keine Auswirkungen, es ist aber ein Zeichen der Intoleranz. Die Bewohner*innen solcher Gemeinden behaupten, dass sie dadurch die Sexualisierung kleiner Kinder sowie die Verbreitung von Pornografie verhindern werden. Diese Rückschlüsse sind keineswegs nachvollziehbar.

2021 Anne Frank Tag Foto 1 Foto Homepage
Foto 1: Schülerinnen und Schüler der 10a bei der Arbeit
mit der Plakatausstellung in der Bibliothek.
Quelle: Goslarsche Zeitung, Hr. Exner

Am Montag, dem 05. Juli 2021, veranstaltete die Geschichtsfachgruppe für den 10. und 11. Jahrgang einen Projekttag anlässlich des Geburtstages von Anne Frank.

Anne Frank war ein jüdisches Mädchen, das zusammen mit ihren Eltern 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland nach Amsterdam flüchtete. Hier musste sich die Familie ab 1942 zwei Jahre lang in einem Hinterhaus verstecken, ehe sie entdeckt, verhaftet und in das Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht wurde. Dort starb Anne im Alter von 15 Jahren und hinterließ ein Tagebuch, das Einblicke in ihr kurzes Leben gibt.

2019 Welt AIDS Tag1Unsere Arbeitsgemeinschaft „Vielfalt leben!“ verteilte am Freitag, dem 29.11.2019 rote Schleifen, welche ein Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken sind. Wir wollten auf den Welt-AIDS-Tag aufmerksam zu machen, welcher jährlich am 1. Dezember stattfindet.

Weltweit gab es Ende 2018 ca. 37.9 Mio. und allein in Deutschland rund 87.900 Menschen mit HIV. Die Infektionsrate lag 2018 in Deutschland bei ca. 2.400 Personen.

2019 Welt AIDS Tag2Es gibt zum Glück mittlerweile Medikamente, mit denen sich verhindern lässt, dass sich der HI-Virus weiter im Körper verbreitet und so das Auftreten von AIDS verhindert oder es ermöglicht bei frühzeitiger Behandlung eine normale Lebenserwartung zu erreichen. Doch komplett heilbar ist es nicht.

Es gibt in Deutschland die AIDS-Hilfe, die als Beratung zur Verfügung steht, außerdem gibt es in fast jeder Stadt persönliche Beratung und Selbsthilfegruppen.

Man kann sich durch Kondome beim Geschlechtsverkehr, beim Drogenkonsum durch sterile Nadeln und durch Vorsorge vor einem Risikokontakt schützen.

Alexia, Kim, Leonie (9a)

2019 Aktion 25 novemberDer 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen. Der Tag macht darauf aufmerksam, dass Gewalt bei vielen Mädchen und Frauen zum Alltag dazugehört. Die Gewalt gegen Frauen kann körperlich, sexuell, emotional und psychisch sein und sie findet häufig in Beziehungen und im häuslichen Umfeld statt, aber auch von fremden Personen. Viele Frauen und Mädchen, die so etwas erlebt haben, leiden danach oft unter z.B. Depressionen. Weltweit wird jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt und alleine in Europa hat jede zehnte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr schon einmal sexuelle Gewalt erlebt.

Die UN haben seit 2008 zahlreiche Resolutionen gegen diese Gewalt erfasst und durch die „Istanbul-Konvention“ der EU gibt es ein gemeinsames Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen. In Deutschland gibt es Schutzmaßnahmen wie Frauenhäuser und Beratungsstellen, zudem wurde 2016 das Sexualstrafrecht reformiert („Nein heißt Nein“). Aber auch in sozialen Medien sind viele betroffene Frauen und Mädchen aktiv wie mit Fotos anlässlich der #metoo-Debatte, aber auch bei Demonstrationen gegen Belästigung, häusliche Gewalt und Frauenmorde.

Als Kennfarbe von der Beseitigung von Gewalt an Frauen wird Orange genutzt und vom Zonta Club, der sich weltweit für die Belange von Frauen einsetzt, der Slogan „Orange the World“ verwendet.

Wir beschäftigen uns mit dem Thema an unserer Schule, weil jedes dritte Mädchen von Gewalt betroffen ist und somit wahrscheinlich auch Schülerinnen und Mitarbeiterinnen unserer Schule.
Wir wollen darauf aufmerksam machen und anderen Mut machen zu reden, falls sie schon einmal Opfer von Gewalt wurden. Deshalb haben wir in der AG „Vielfalt leben!“ unsere Pinnwand – das Bunte Brett – anlässlich des Aktionstages gestaltet und mit einer Fotoaktion klar Stellung zum Thema bezogen. Außerdem wurde das Schulgebäude abends orange angeleuchtet, um sich auch in der städtischen Öffentlichkeit sichtbar am Aktionstag zu beteiligen.

(Kim Naumann, 9a)

 MG 0222-68Durch Schülerinnen und Schüler initiiert und organisiert, hatte sich die Schulgemeinschaft dafür ausgesprochen, sich um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bewerben. Anfang des Jahres gab es bereits postalisch grünes Licht, im Rahmen der Premiere des diesjährigen Theaterstücks wurde dann offiziell die Urkunde durch einen Vertreter des Kultusministeriums und in Anwesenheit unserer Schulpatin überreicht.

2018 Start

Nirvana Dabeshlim kam vor drei Jahren aus dem Iran nach Deutschland und besucht aktuell die 10. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums. In den letzten drei Jahren hat sie sehr schnell Deutsch gelernt und erzielt mittlerweile in vielen Fächern gute und sehr gute Leistungen. Aufgrund ihrer stetig positiven Entwicklung, ihrer hohen Motivation und Leistungsbereitschaft, ihres Engagements innerhalb und außerhalb der Schule sowie ihrer erfolgreichen Integration in unsere Schulgemeinschaft hat Herr Wurzbacher, der für den Bereich Integration am Werner-von-Siemens-Gymnasium verantwortlich ist, Nirvana vorgeschlagen, sich für ein Stipendium der START-Stiftung zu bewerben.

Die START-Stiftung fördert talentierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte drei Jahre lang ideell wie auch materiell. Im März 2018 hat Nirvana ihre Bewerbung mit Unterstützung von Herrn Wurzbacher eingereicht und in den folgenden Monaten das Bewerbungsverfahren der START-Stiftung erfolgreich durchlaufen. Ende September ist es dann endlich soweit gewesen – Nirvana Dabeshlim bekommt ihre Stipendiumsurkunde in Hannover überreicht (siehe Foto).